Das Bitcoin-Investmentunternehmen und Softwareunternehmen Strategy, den meisten noch unter seinem früheren Namen MicroStrategy bekannt, hat erneut nachgelegt und seine ohnehin schon gewaltigen Bitcoin-Bestände weiter ausgebaut.

Der Konzern rund um Bitcoin-Befürworter und Kryptorockstar Michael Saylor kaufte in der vergangenen Woche weitere 17.994 Bitcoin für rund 1,28 Milliarden US-Dollar. Strategy ging trotz Börsenturbulenzen und BTC Kursabsturz auf Shoppingtour und untermauert damit einmal mehr seine Strategie. 

Mit diesem Schritt wächst die gesamte Bitcoin-Reserve des Unternehmens auf inzwischen 738.731 BTC. Damit bleibt Strategy mit großem Abstand der größte börsennotierte Bitcoin-Holder der Welt. 

1,28 Milliarden Dollar für knapp 18.000 Bitcoin

Laut einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC zahlte Strategy für die neuen Coins im Schnitt rund 70.946 US-Dollar pro Bitcoin. Damit liegt der Kaufpreis sogar unter dem durchschnittlichen Einstiegspreis des Unternehmens, der aktuell bei etwa 75.862 US-Dollar pro BTC liegt.

Im Jahr 2020 hat Strategy begonnen, Bitcoin im großen Stil zu kaufen. Die Intention dahinter lässt sich im Wesentlichen auf drei Überlegungen zurückführen. Saylor sieht Bitcoin zum einen als Wertaufbewahrungsmittel, also als Schutz vor Inflation und der langfristigen Entwertung klassischer Fiatwährungen.

Zum anderen betrachtet Strategy Bitcoin als strategischen Wachstumstreiber für das eigene Unternehmen. Die Kryptowährung ist inzwischen ein zentraler Bestandteil der Unternehmensbilanz. Viele Investoren sehen die Aktie deshalb als eine Art indirektes Bitcoin-Investment. Steigt der Bitcoin-Preis, kann sich das auch positiv auf die Bewertung des Unternehmens auswirken.

Die dritte Überlegung betrifft die Finanzierungsstrategie. Strategy beschafft sich teilweise Kapital über Aktienverkäufe oder Anleihen und investiert dieses anschließend in Bitcoin. Ziel ist es, von möglichen Kurssteigerungen stärker zu profitieren, als es mit klassischem Cash-Management möglich wäre. Damit verfolgt das Unternehmen bewusst eine langfristige Wette auf den steigenden Wert der Kryptowährung.

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Bis jetzt sind rund 56 Milliarden Dollar in die Kryptowährung geflossen. Das Unternehmen hält damit einen beträchtlichen Teil des verfügbaren Bitcoin-Bestands und baut seine Rolle als institutioneller Großinvestor weiter aus. 

Die jüngste Transaktion ist zudem die größte Bitcoin-Akquisition des Unternehmens seit Januar, als Strategy bereits mehr als 22.000 Bitcoin im Wert von über zwei Milliarden Dollar erworben hatte.

Finanzierung über Kapitalmaßnahmen

Finanziert wird der aggressive Akkumulationskurs weiterhin über verschiedene Kapitalmaßnahmen. Für den jüngsten Kauf sammelte Strategy unter anderem frisches Geld durch den Verkauf von Stamm- und Vorzugsaktien ein. Insgesamt kamen dabei rund 1,27 Milliarden US-Dollar zusammen.

Dieses Modell verfolgt das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren: Strategy beschafft sich Kapital über unterschiedliche Finanzierungsinstrumente, darunter Aktienverkäufe, Vorzugsaktien und Wandelanleihen, und investiert dieses anschließend in Bitcoin.

Ein Teil der Finanzierung erfolgt über sogenannte Wandelanleihen. Dabei handelt es sich um Anleihen, die Investoren später unter bestimmten Bedingungen in Aktien des Unternehmens umwandeln können. Für Anleger kann das attraktiv sein, weil sie einerseits regelmäßige Zinszahlungen erhalten und gleichzeitig von möglichen Kurssteigerungen der Aktie profitieren können. Da die Aktie von Strategy stark mit der Entwicklung von Bitcoin verknüpft ist, sehen manche Investoren darin eine Möglichkeit, indirekt am Bitcoin-Markt zu partizipieren.

Kritiker sehen in dieser Strategie allerdings auch Risiken, da der Unternehmenserfolg zunehmend an die Entwicklung des Bitcoin-Preises gekoppelt ist. Befürworter hingegen sprechen von einer innovativen Unternehmensstrategie, bei der Bitcoin als langfristiges Reserve-Asset in der Bilanz dient.

Vom Softwareunternehmen zur Bitcoin-Holding – mit Risiken

Strategy wurde ursprünglich als Software- und Business-Intelligence-Unternehmen gegründet. In den vergangenen Jahren hat sich der Konzern jedoch immer stärker zu einer Art Bitcoin-Investmentvehikel entwickelt. Der Strategiewechsel begann im Jahr 2020, als Michael Saylor ankündigte, überschüssige Unternehmensliquidität künftig in Bitcoin zu investieren.

Seitdem hat das Unternehmen seine Bestände kontinuierlich ausgebaut und gehört heute zu den größten institutionellen Bitcoin-Investoren weltweit. Die Strategie ist jedoch nicht ohne Risiko. Da ein erheblicher Teil der Unternehmensbilanz inzwischen von der Entwicklung des Bitcoin-Preises abhängt, können starke Kursrückgänge direkte Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen des Unternehmens haben.

In Phasen fallender Kurse geriet Strategy deshalb bereits mehrfach unter Druck. Sinkende Bitcoin-Kurse führten zu deutlichen Buchverlusten in der Bilanz, während gleichzeitig die hohe Verschuldung durch ausgegebene Anleihen immer wieder kritisch diskutiert wurde. Auch die starke Volatilität der Aktie treibt dem ein oder anderen Investor die Schweißperlen auf die Stirn.

Für viele Anleger gilt die Aktie von Strategy dennoch als eine Art Bitcoin-Proxy: Steigt der Bitcoin-Kurs, profitiert häufig auch der Kurs der Aktien des Unternehmens. 

Signalwirkung für den Markt

Die erneute Milliarden-Investition zeigt vor allem eines: Strategy bleibt seiner langfristigen Bitcoin-Strategie treu – selbst in Phasen eines extrem nervösen Markts und bei geopolitischen Spannungen.

Gerade institutionelle Investoren beobachten solche Käufe genau. Große Akkumulationen durch Unternehmen oder Fonds werden am Markt häufig als Vertrauenssignal interpretiert.

Ob sich diese Strategie langfristig auszahlt, hängt jedoch stark von der weiteren Entwicklung des Bitcoin-Preises ab. Denn mit jedem zusätzlichen Kauf steigt auch die Abhängigkeit des Unternehmens von der Kryptowährung – und damit das Risiko, sollte der Markt länger unter Druck geraten.

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