Schon das Jahr 2025 war für die Kryptowelt ein sehr holpriges. Zwar erreichte die Leitwährung Bitcoin immer wieder neu Allzeithochs, doch die Kurskorrekturen dank Gewinnmitnahmen folgten fast immer genauso schnell. Gefühlt befand sich der Markt in einem Dauer-Seitwärtstrend. Der große Absturz folgte dann im vierten Quartal 2025. Bitcoin erreichte Ende Oktober 2025 noch ein neues Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar, doch das war es dann mit den Highlights. Ende Dezember fiel der BTC auf 87.000 US-Dollar, ein Abwärtstrend, der sich auch 2026, zumindest bis jetzt, fortsetzte. Aktuell notiert der Bitcoin bei 67.000 US-Dollar und damit über 46 Prozent unter dem Allzeithoch aus dem Oktober 2025 und das Vertrauen in die Kryptowährung schwindet. In den USA erreichte die Google Anfrage „Bitcoin going to zero“ beziehungsweise „Bitcoin Zero“ im Februar neue Rekordwerte.
Bitcoin auf null: wie real ist das Szenario?
Aktuell prägt vor allem Nervosität die Marktsituation, die schnell in Panik umschlagen kann, vor allem bei den Retail Tradern. Extrem viel Angst am Markt bedeutete historisch meist: Wir sind nahe am Tiefpunkt – nicht am endgültigen Absturz. Zudem ist das Szenario, das Bitcoin komplett auf null fällt, sehr unrealistisch. Denn „null“ würde bedeuten, dass wirklich niemand mehr bereit ist, Bitcoin überhaupt noch einen Cent Wert beizumessen und dafür müssten gleich mehrere Dinge gleichzeitig passieren.
Zum einen ist Bitcoin kein Unternehmen, das insolvent gehen kann. Es gibt keinen Vorstand, keine Bilanz und keinen „Stecker“, den man einfach so ziehen könnte. Solange das Netzwerk läuft, Miner Blöcke finden und weltweit Nodes online sind, existiert die Infrastruktur weiter und damit auch die Grundlage für einen Preis.
Zum anderen gibt es selbst in schwachen Marktphasen fast immer Restnachfrage: von Spekulanten, von langfristig orientierten Anlegern, aber auch von Menschen, die Bitcoin tatsächlich nutzen, etwa für Transfers oder als Alternative in Ländern mit instabilen Währungen. Diese Nachfrage kann schrumpfen, aber sie verschwindet nicht einfach überall gleichzeitig.
Dazu kommt: Bitcoin hat in der Vergangenheit bereits extreme Crashs erlebt, teils mit 70 bis 80 Prozent Kursverlust. Und trotzdem war das Ergebnis nie „wertlos“ oder „null“, bevor sich der Markt irgendwann wieder stabilisierte. Ein kompletter Totalverlust würde dagegen ein globales, dauerhaftes Vertrauensversagen voraussetzen, plus einen Zusammenbruch der Handelsinfrastruktur. Das ist nicht unmöglich, aber es ist ein Szenario, das deutlich mehr erfordert als „nur“ einen Bärenmarkt. Realistischer sind daher heftige Drawdowns, längere Seitwärtsphasen und Phasen, in denen schlechte Nachrichten die Stimmung dominieren – nicht jedoch der finale Absturz auf null. Auch wenn das so manche Kryptotodespropheten vielleicht gerne sehen würden.
Lohnt sich eine Investition in Bitcoin noch?
Kommen wir an dieser Stelle zur Frage: Lohnt es sich überhaupt noch, Bitcoin zu kaufen? Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist keine Entscheidung, die pauschal beantwortet werden kann. Sie hängt von der eigenen Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont und der persönlichen Überzeugung ab. Kryptoinvestoren brauchen Durchhaltevermögen, eine große Portion Resilienz und Geduld – und sie sollten bereit sein, starke Kursschwankungen auszuhalten, ohne bei jeder roten Kerze in Aktionismus zu verfallen. Wer in diesen Markt investiert, investiert nicht nur Kapital, sondern auch Nerven.
Klar ist auch: Die exponentiellen Kursgewinne aus den Anfangsjahren – als aus ein paar Hundert Euro theoretisch Millionen werden konnten – dürften sich in dieser Form kaum wiederholen. Dafür ist die Marktkapitalisierung mittlerweile zu groß, der Markt strukturierter und die Effizienz höher. Bitcoin ist längst keine Nische mehr, sondern ein global gehandelter Vermögenswert. Das bedeutet: weniger „Wilder Westen“, aber eben auch weniger 10.000-Prozent-Rallys über Nacht. Wobei dem ein oder anderen Kryptofan vielleicht das Herz bluten dürfte.
Das heißt allerdings nicht automatisch, dass kein Potenzial mehr vorhanden ist. Vielmehr verschiebt sich das Bitcoin-Narrativ: weg vom schnellen Reichtum, hin zu einer strategischen Beimischung im Portfolio – für diejenigen, die an das langfristige Potenzial glauben und die Volatilität aushalten können. Ob sich eine Investition lohnt, entscheidet am Ende nicht die Schlagzeile des Tages, sondern der eigene Plan – und die Bereitschaft, auch unruhige Phasen durchzustehen.
Haftungsausschluss:
Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Kryptowährungen unterliegen starken Kursschwankungen und sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche und unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation erfolgen. Eine Haftung für Vermögensverluste wird nicht übernommen.

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