Kryptoinvestoren, zu denen ich auch gehöre, müssen aktuell sehr tapfer sein, wenn sie sich die Kurscharts anschauen. Die „roten Kerzen“ dominieren den Kryptomarkt  und weder der Moonvember noch der historisch gesehen starke Dezember haben gehalten, was Investoren und Anleger erwartet und erhofft hatten.

Kleine Randbemerkung an dieser Stelle: Ich werde zukünftig in dem einen oder anderen Blog auf Coinnautics eine persönliche Note mit einfließen lassen. Denn generische Kryptoblogs gibt es aktuell genug.

Zurück zum Kryptomarkt. Der läuft also alles andere als optimal. Kurzfristige Erholungen gibt es zwar immer wieder – doch sie ändern am übergeordnet bärischen Bild bislang wenig. Bitcoin schwankt aktuell stark und notierte zuletzt grob im Bereich von 60.000 bis 70.000 US-Dollar. Die psychologisch wichtige Marke von 100.000 US-Dollar ist meilenweit entfernt – genauso wie das letzte Allzeithoch von 126.000 US-Dollar. Ähnlich angespannt zeigt sich die Lage bei den Altcoins: Ethereum, XRP und Solana haben zuletzt teils deutliche zweistellige Rückgänge verzeichnet.

Viele (potenzielle) Investoren fragen sich daher durchaus zu Recht: Lohnt es sich überhaupt noch, in Kryptowährungen zu investieren?

Warum fallen die Kryptokurse?

Weitere Gründe für fallende Kryptokurse liegen vor allem in strukturellen Marktmechanismen. Dazu zählen ein Rückgang der Liquidität, schwächere Kapitalzuflüsse und Gewinnmitnahmen nach vorherigen Kursanstiegen. Auch die Marktstruktur spielt eine Rolle: Hohe Hebelpositionen können Abwärtsbewegungen durch Liquidationen verstärken. Hinzu kommen regulatorische Unsicherheiten wie beispielsweise der Clarity Act, der immer noch nicht verabschiedet ist, eine Verlagerung von Kapital in größere Assets sowie eine insgesamt geringere Risikobereitschaft vieler Marktteilnehmer.

Der Markt ist nervös  und in solchen Phasen tendieren Anleger eher zu sicheren Häfen wie Gold statt zu Hochrisikoanlagen wie Kryptowährungen.

Lohnt es sich noch, in Krypto einzusteigen?

Das ist eine Frage, die ich an dieser Stelle nicht pauschal beantworten kann (und will). Ob es sich lohnt, Kryptowährungen zu kaufen oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung und es kommt auch immer auf die persönliche Risikobereitschaft an. Außerdem: Als Kryptoinvestor sollte man starke Nerven und eine große Portion Resilienz mitbringen.

Nach 2023/2024, als sich die Kurse von Bitcoin und Co. exzellent entwickelten, erwarteten viele förmlich, dass es immer so weitergehen würde. Das genaue Gegenteil ist eingetreten, und viele Kryptoportfolios befinden sich aktuell „unter Wasser“ (meines übrigens auch). Kryptowährungen sind nun einmal äußerst volatil  und zweistellige Kursschwankungen gehören strukturell zu diesem Markt – selbst innerhalb übergeordneter Aufwärtstrends.

Aktuell sprechen jedoch mehrere Faktoren für eine bärische Marktphase: Viele Altcoins befinden sich in klaren Abwärtstrends, Kapital konzentriert sich auf wenige große Assets, und die Liquidität wird spürbar selektiver.

Gleichzeitig sorgen makroökonomische Unsicherheiten und schwankende Kapitalzuflüsse für zusätzlichen Druck. Derzeit bewegen wir uns damit in einem Bärenmarkt  und es ist durchaus möglich, dass wir uns an der Schwelle zu einem Kryptowinter befinden. Eine endgültige Bestätigung würde jedoch erst bei anhaltendem strukturellem Kapitalabfluss erfolgen.

Es gibt übrigens Investoren, die solche Phasen nutzen, um ihre Coins gezielt zu akkumulieren. Das nennt man „Buy the dip“.

Auf jeden Winter folgt auch ein Sommer

Der letzte Kryptowinter 2022, als zunächst die Kryptowährung Terra/Luna implodierte und mit FTX die drittgrößte Kryptobörse der Welt Insolvenz anmelden musste, dürfte den meisten Kryptofans noch gut im Gedächtnis sein. Der Aufschwung folgte Ende 2023 und hielt bis 2024 an.

Aber auch schon davor gab es Kryptowinter. Nach dem ersten „Mini-Winter“ von 2011 bis 2012 (damals kostete ein Bitcoin zeitweise nur rund 2 US-Dollar) folgte 2013 der erste kleine Bullrun. Der zweite Kryptowinter dauerte von 2014 bis 2015 infolge des Mt.-Gox-Zusammenbruchs. Der darauffolgende Bullrun setzte 2016 ein und erreichte 2017 seinen Höhepunkt, bevor 2018 – ausgelöst durch das Platzen der ICO-Blase – der nächste Abschwung folgte. Der anschließende Aufschwung erstreckte sich von 2020 bis 2021.

Der Kryptomarkt verläuft stark zyklisch: Blow-off → Crash → Kryptowinter → Akkumulation → neues Narrativ → Bullrun.

Kurz gesagt: Auf jeden Kryptowinter folgt auch wieder ein Kryptosommer. Man braucht nur etwas Geduld.

Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Anlageberatung, Finanzberatung oder Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung dar. Kryptowährungen sind hochvolatile und spekulative Anlageformen, bei denen ein vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals möglich ist. Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die persönliche Einschätzung des Autors wider. Jeder Anleger sollte vor einer Investitionsentscheidung eigene Recherchen anstellen und gegebenenfalls unabhängigen finanziellen Rat einholen.

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